Das Grundeinkommen, die Befreiung aller Kreativen

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist schon seit Jahren Thema in vielerlei Gesprächsrunden und Gruppen.
(zum Beispiel: Projekt Zukunft, Themen der Zeit, Generation Grundeinkommen, Netzwerk Grundeinkommen, Freiheit statt Vollbeschäftigung)
Nationale und internationale Kongresse werden abgehalten und diverse Berechnungen beweisen mögliche Finanzierungsvarianten.
(einige Berechnungsmodelle: Juliet Rhys-Williams, Milton Friedman, Ulmer Modell, Götz Werner,  Solidarisches Bürgergeld von Thomas Straubhaar)
Menschen aller Gesellschaftsschichten können sich schon begeistern für eine Grundsicherung, die das Leben jedes Einzelnen unabhängig und selbstbestimmt machen könnte.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist in vieler Munde und Herzen, so kann man sagen.

Einzig große Wirtschaftmächte und deren Vertreter und die schwer zu informierende Mehrheit lehnen diese Möglichkeit vehement ab.
Erstere im Wissen um die reale Aufweichung oder gar den Verlust ihrer Macht, welche wirklich erheblich und auch wahrscheinlich sein könnten. Die Befreiung von der realen Zwangsarbeit könnte ja wirklich revolutionäre Folgen für die jetzt Reichen und Besitzenden nach sich ziehen.
Die reflexartige Abwehr dieser Idee von der zweiten ablehnenden Gruppe, der großen Mehrheit der Mitmenschen ist dagegen sehr unlogisch, ja gänzlich unverständlich. Sie hat sicher unterschiedliche, rationale und irrationale Gründe, die in ihrer Gesamtheit nicht wirklich nachvollziehbar sind, aber genau sie sind es – die absoluten Mehrheiten – die ein bedingungsloses Grundeinkommen in Demokratien verhindern. Hier liegt das große, ungelöste Problem, der Kern auch vieler anderer Schwierigkeiten: Wie können wichtige, manchmal unbedingt notwendige Veränderungen und Entwicklungen umgesetzt werden, wenn die Mehrheit sie nicht will? Dies scheint das Drama unserer schönen neuen Zeit zu sein: Wir sehen dringende Probleme, die schon lange einer Veränderung, einer Lösung bedürfen, man auch Möglichkeiten dazu hätte, die Mehrheit dies aber nicht will.
Das große Paradoxon!

Wie kann es also mit dieser ausserordentlich wichtigen Thematik weitergehen? Wie können Massen Freude finden an einer finanziellen Grundsicherung für alle, die auch andere Krisenherde wie Konkurrenzdruck, Zeitnot, Umweltvernichtung, Erderwärmung und Lieblosigkeit entschärfen könnte?
Die Realität ist, die überwiegende Mehrheit der Menschen will keine Befreiung, keine Selbstbestimmung und keine Selbstverantwortung. Und diese Realität ist schrecklich für alle Kreativen (kreativ [lat.] = schöpferisch, Ideen habend und diese gestalterisch verwirklichend). Sie befinden sich in der Gefangenschaft der Ideenlosen. Die Freidenker, die Entwicklungshungrigen sind in der Geiselhaft der starrdenkenden Festhalter an Zwangsystemen.
Wie ist dem beizukommen?
Wie ist eine erlösende Welle entfachbar?
Wie kann ein ‚BITTE-SCHLAFT-NICHT-AUFRUF‘ für alle aussehen?
Wie ist er verwirklich- und praktisch umsetzbar?
Das sind die Fragen an alle aktiven und geistreichen Denker, an alle Veränderungswilligen, aktuelle Nichtwähler oder momentan Sprachlosen. Ich habe bis jetzt keine Antworten gefunden und/oder erhalten.
So habe ich vor einiger Zeit die Soziokultur als Brücke zu einem bedingungslosen Grundeinkommen vorgeschlagen.
Die Beifallsstürme waren gering.
Es liegt mir aber sehr daran, trotzdem weiterzugehen,
neue Wege für neue, soziale Kultur zu finden.
Zusammenarbeit ist dabei das Schlüsselwort.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen die Basis.

Zur Erklärung:
Kultur (zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „wohnen, pflegen, verehren, den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt.

Sozial (von lateinisch socius „gemeinsam, verbunden, verbündet“) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen).

Soziokultur, die Verbindung von sozial und Kultur, ist die Grundlage dieses Blogs
und deshalb steht hier die Befreiung der Kreativen, der Schöpferischen im Titel und im Zentrum.
Selbstverständlich ist mir, auch als eine Stimme von  – die schwachen –  bewusst,
dass ein Grundeinkommen in erster Linie eine Befreiung aus Unterdrückung und Armut bedeutet.
(Günther Floner, Juli 2014)

Kultur ist das Gegenstück zu Wirtschaft

Es gibt die Wirtschaft, die das Geld, die Profite sichert.
Es gibt die Kultur, die die menschliche Weiterentwicklung sichert.

Das materielle Wachstum, der tägliche Konsum und die laufende Produktion sind der Wirtschaftsmotor.
Das gemeinnützige Lernen, die vertiefende Schulung und die geistige Entwicklung sind Kultur, der Menschlichkeitsmotor.
Und so sind sie Gegenstück, nicht Gegensatz, eine Ergänzung, keine Bekämpfung.
Im großen Sinne möglicherweise vergleichbar mit Yin und Yang,
dem vielerorts bekannten Kreis vom Zusammenwirken von Mann und Frau.
Da wie dort, ist einer der beiden Gegenstücke unterdrückt.

Das ganze Land und seine Wesen sind daher in Produkte und Dienstleistungen eingeteilt, einzig um einen Verkaufspreis zu erzielen.
‚Das System‘ und ihr Diener, die Marktwirtschaft haben dies festgelegt für Pflanzen, Tiere und die Lebenszeit der Menschen.
Dies ist der Status Quo und die inzwischen dazugehörende Ausbeutung, das momentane Gesetz.
Eine Idee, eine Dienstleistung, ein Lebewesen, welche keinen Profit einbringen, sind verloren.
Geld ist der Basisstoff des Überlebens, deshalb ist Kulturarbeit zu einer aussterbenden Spezies geworden.
Denn Kultur – wie ich sie verstehe – ist nicht berechenbar und sie ist auch nur in geringstem Maße käuflich.

Ich will also neben meiner Tätigkeit als bildender, gestaltender und sozialer Mensch hier in diesem Blog eine Stimme sein
für die Wiederauferstehung von Soziokultur, verstanden als Zusammenarbeit von Kulturschaffenden.
Sie erscheint mir als das wichtige, ja, notwendige Gegenstück zur alles vereinnamenden Markt- oder Verkaufswirtschaft.
Beide können ohne den anderen aber nur kurzfristig überleben und mir scheint, es wird immer deutlicher sichtbar:
‚Das System‘ strahlt keine Freude, immer weniger Ziele und zunehmenden Unfrieden aus,
ohne Liebe und ohne Kultur läuft ‚Es‘ ihrem Ende entgegen.
Das Essen, das Trinken, das materielle Schaffen, das Haben und Besitzen ist der Verdienst der Wirtschaft,
das soziale Wohlergehen, die menschliche Weiterentwicklung ist der Sinn von Kultur.
Wirtschaft und Kultur – zeitgenössische Kultur – beide brauchen einander.

Soziokultur kann deshalb entscheidend sein und es wird dringend Zeit, ihr finanziellen Raum zu verschaffen.
Sie braucht also zumindest ein Grundeinkommen.

Denn das Erkennen des persönlichen Talents, das Mutfassen für Veränderung, das Achtgeben auf die Natur,
die Hinwendung zum Andersdenkenden,  das Loslassen des Eigensinns, das Öffnen der Schallklappen,
die Suche nach dem Sinn, der Blick zum Glück kann entscheidend sein.
Und alles das und vieles mehr kann soziokulturelle Arbeit und Entwicklung aufzeigen und anregen.
Und viele von uns benötigen diese Eigenschaften dringend schon wie Brot.

Zur Erklärung:
Kultur (zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „wohnen, pflegen, verehren, den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt.

Sozial (von lateinisch socius „gemeinsam, verbunden, verbündet“) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen).

SozioKultur, die Verbindung von sozial und Kultur, ist die Grundlage dieses Blogs.