‚Und wer macht denn dann die Drecksarbeit?‘

Das wichtigste Argument für ein bedingungsloses Grundeinkommen
ist die Frage: ‚Wer macht denn dann die Drecksarbeit?‘.

Das schönste Argument für ein bedingungsloses Grundeinkommen
ist übrigens die Aussage ‚Da würden dann alle nur noch faul herumliegen!‘
Ja, unsere Kinder würden sich freuen, wenn wir  Zeit zum Spielen  hätten und die ausgebeutete Schöpfung würde dankbar aufatmen.
Und eines ist sicher: wir würden nicht liegen, wir stehen sicher auf.

Mein Engagement für eine Abkehr von der derzeitigen Alleinregierung der Erwerbsarbeit durch die Auszahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens und einer damit verbundenen Abwendung von Not und Armut in einer mit Überfluss behafteten Zeit,  hat sehr oft heftigen Gegenwind und Missgunst aufgewirbelt oder zumindest Desinteresse und Gleichgültigkeit hervorgebracht.
Tatsache also ist: Die Menschen wollen kein bedingungsloses Grundeinkommen. Viele jedenfalls, wahrscheinlich die meisten.
Das hat mich überzeugt. Es ist daher das ‚bedingungsvolle‘ Grundeinkommen, das ‚Ich-will-tun‘ Grundeinkommen, das ‚Ich-will-tun-aber-wie-es-mir-entspricht‘ Grundeinkommen, dass ich mit jenen, die das auch wollen, aktiv anregen will und werde.

Aber das mit der Drecksarbeit?
Das geht mir trotzdem nicht aus dem Kopf.
Es gibt sie also wirklich.
Und manche, oder viele(?) müssen sie verrichten. Täglich?
Und dann ist sie auch noch schlecht bezahlt?
Und, man wagt es kaum auszusprechen, gar erniedrigend oder gesundheitsschädlich?

Wer sind sie, die das jetzt tun, sind das zwangsverpflichtete Untermenschen?
Sind das gelbe, braune oder weiße Sklaven?
Und wer schafft das an?
Wer will, dass andere Drecksarbeit verrichten, während sie selbst schön reden und gut essen?
Sind das Banditen, Verbrecher, Skrupellose? Sind das herzlose Einzelne oder sind das Verbände, Banden, Syndikate?
Sind das Illegale oder sind das Erfolgreiche, Angesehene, Machtvolle?

Eine Antwort zu erzwingen wäre ein wahres Wagnis und ich dachte schon die Zeit des Sklavenmarktes wäre vorüber.
Oder hat man dieses schlimme Wort nur umbenannt in AMS-Kundencenter oder in Hartz 4-Antragsstellung?

Die Frage ‚Wer macht dann die Drecksarbeit?‘ eröffnet also das fatale Drama
von allgemein respektierter, ja gewünschter Zwangsarbeit.
‚Wenn der Zwang also vorbei ist, ja dann machen sie die Drecksarbeit nicht mehr‘, so spricht nur ein durch und durch Gnadenloser.
Sind soviele Unterdrücker und Ausbeuter hier unter uns oder leiden große Gruppen an Neid und Angst?
Der Widerspruch dagegen hält sich jedenfalls in Grenzen, heute, draußen, bei vielen Mitmenschen.
Das ist ein fragwürdiges Szenario.
Auf jeden Fall aber ist eines sicher: Gäbe es ein Grundeinkommen, dann müssen viele ihre Drecksarbeit selbst erledigen.
Oder sie müssen jene, die sie derzeit dazu zwingen können, angemessen bezahlen.
Ein ungeahnter, überaus wünschenswerter Fortschritt
und somit wirklich das wichtigste Argument für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Zur Erklärung:
Kultur (zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „wohnen, pflegen, verehren, den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt.

Sozial (von lateinisch socius „gemeinsam, verbunden, verbündet“) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen).

SozioKultur, die Verbindung von sozial und Kultur, ist die Grundlage dieses Blogs.

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Soziokultur, die Brücke zum bedingungslosen Grundeinkommen

Sicher haben Sie schon einmal den Begriff  ‚bedingungsloses Grundeinkommen‘ gehört. Vielleicht gehören Sie zu diesen friedliebenden Freidenkern, die an das Gute im Menschen glauben und dies widerstandslos unterstützen.
Vielleicht gehören Sie aber zur großen Mehrheit und sagen sich:  jetzt habe ich mich mein ganzes Leben lang diszipliniert, eingeordnet und angepasst, habe mich jahrelang für Geld abgemüht und gegen mein Herz und gegen meine Lebensfreude Entscheidungen getroffen und da kommen diese lästigen Geister und wollen fürs Nichtstun auch noch ein Einkommen? Das wär ja noch schöner. Die sollen arbeiten gehen und schwitzen wie ich, nicht den ganzen Tag in der Hängematte liegen.
Ja, ich kann das verstehen, grundsätzliche Veränderungen sind sehr schwer, vor allem, wenn man sich benachteiligt fühlt. Eingefahrene Bahnen zu verlassen ist kaum umsetzbar, auch wenn sie diktatorisch und hasserfüllt sind, das weiß ich aus meiner Erfahrung als Lebens- und Sozialberater.
Aber ich darf Ihnen sagen, als die Erde noch flach war und ein paar Wichtigtuer sie für rund hielten und als die Schwarzen noch Sklaven waren und ein Häufchen Sozialträumer sie frei lassen wollten, mussten viele unserer Vorfahren ungeahntes Leid ertragen, weil gnadenlose Festhalter sie nicht weitergehen ließen. So ist es auch jetzt mit unserer Geldregierung, die keinen Spielraum zu lassen scheint.
Klare Worte zur herrschenden globalen Wirtschaftsdiktatur können sie bei großen, mutigen Mitmenschen wie zum Beispiel  Jean Ziegler  nachlesen. Vernichtende Auswirkungen auf Schöpfung und Weltklima brauchen von mir auch nicht mehr extra bewiesen werden. Menschen dürfen hier auf Erden nicht leben, wenn sie nicht hart und wirtschaftlich, also profitorientiert arbeiten, das ist momentan in Stein gemeißeltes Gesetz, auch wenn drastische Armut, peinigende Angst und Krankheit in allen Facetten folgen.
Ich will hiermit zur Beruhigung und als möglichen Weg in die überfällige Befreiung Soziokultur anbieten. Ich weiß so stark und ganz gewiss, wie ein ‚bedingungsloses Grundeinkommen‘ zusammen- und weiterführt und Hilfe aus Unterdrückung und Aussichtslosigkeit eröffnet. Mein Herz springt vor Freude bei diesem Gedanken, aber ich will Kulturarbeit anbieten, um Neid und Missgunst zu entkräften. Wenn es aus diesen Gründen nicht möglich ist, einfach auszuschlafen, den Vögeln zuzuhören oder mit den Kindern zu spielen, dann kann durch initiative, nachvollziehbare Kulturarbeit eine Brücke geschaffen werden. Soziokultur, als sichtbare Arbeit, die Menschen nach ihrem Talent fördert und arbeiten lässt, als Übergang zu einem ohne Bedingung bezahlten Grundeinkommen. Ein Einkommen als Menschenrecht, kein Gnadenbrot. Mit solchen Gedanken will dieser Blog in die Zukunft gehen.

Und immer wieder werde ich den Film
‚Grundeinkommen von Daniel Häni und Enno Schmidt‘ empfehlen: